Sigma Diamantscheibe Turbo Ø 125 mm (Art. 75D)
Für schnelle und präzise Schnitte, unter anderem in Feinsteinzeug – und mit einer Materialliste, die auch Dekton einschließt. Bemerkenswert an dieser Scheibe ist die Datenlage: Sigma nennt Dicke, Schnitttiefe, zulässige Umfangsgeschwindigkeit, Drehzahl und die zugrunde liegende Norm EN 13236. Damit lässt sich die Freigabe gegen Ihre Maschine prüfen, statt sie zu vermuten.
Ø 125 mm Durchmesser | 1,4 mm Dicke | 12.250 U/min max. Drehzahl | EN 13236 Norm |
Was EN 13236 bedeutet
EN 13236 ist die europäische Sicherheitsnorm für Schleifwerkzeuge mit Diamant oder Bornitrid. Eine Scheibe, die auf diese Norm verweist, ist nach einem definierten Regelwerk geprüft und gekennzeichnet – unter anderem hinsichtlich der zulässigen Umfangsgeschwindigkeit. Bei einem Werkzeug, das mit über 12.000 Umdrehungen pro Minute läuft, ist das keine Formalie.
Geprüfte Drehzahlangabe 80 m/s Umfangsgeschwindigkeit und 12.250 U/min sind belastbare Werte, nicht Marketingzahlen. | Nachvollziehbare Freigabe Sie können die Angabe direkt gegen das Typenschild Ihres Winkelschleifers halten. |
Definierte Schnitttiefe Sigma nennt 5 bis 20 mm – damit wissen Sie, für welche Materialstärken die Scheibe gebaut ist. | Sehr breites Material-Spektrum Von glasiertem Feinsteinzeug über Dekton bis Granit, Marmor und Zement. |
Dekton und ähnliche Hochleistungs-Keramik
Dekton und vergleichbare gesinterte Werkstoffe sind extrem dicht und hart – deutlich anspruchsvoller als klassisches Feinsteinzeug. Dass die Scheibe dafür freigegeben ist, sagt mehr über ihre Bindung als jede allgemeine Leistungsangabe.
Die wichtigste Regel: hartes Material braucht eine weiche Bindung
Das ist die Regel, an der die meisten Fehlkäufe hängen – und sie klingt zunächst verkehrt. In einer Diamantscheibe sitzen die Diamanten in einer Metallbindung. Damit die Scheibe schneidet, muss diese Bindung im gleichen Tempo abgetragen werden, in dem die Diamanten stumpf werden – nur so kommen ständig frische Diamantspitzen an die Oberfläche.
Hartes Material → weiche Bindung Feinsteinzeug und Granit nutzen Diamanten schnell ab. Die Bindung muss nachgeben, damit neue Diamanten frei werden. Eine harte Bindung verglast hier und schneidet nicht mehr. | Weiches, abrasives Material → harte Bindung Beton, Estrich und Sandstein schleifen die Bindung von selbst weg. Hier hält nur eine harte Bindung die Diamanten lange genug fest. |
Falsche Kombination, Fall 1 Harte Bindung auf hartem Material: Die Scheibe wird spiegelblank, raucht und schneidet kaum noch – sie ist „verglast“, nicht verbraucht. | Falsche Kombination, Fall 2 Weiche Bindung auf Beton: Die Scheibe schneidet zunächst hervorragend und ist nach wenigen Metern verschlissen. |
Segmentformen im Vergleich
Vollrand (geschlossen) Der sauberste Schnitt und die geringste Kantenausbrüche – aber die schlechteste Kühlung. Braucht Kühlpausen oder Wasser. | Turbo Gewellter oder profilierter Rand. Deutlich schneller und kühler als Vollrand, im Schnittbild etwas rauer. |
Ornamentsegment Geformte Aussparungen im weitgehend geschlossenen Rand: kühlt und entstaubt, ohne die Kantenqualität eines Vollrands aufzugeben. | Segmentiert Offene Segmente mit Kühlschlitzen – das schnellste und kühlste, aber auch gröbste Profil. Für Beton, Estrich und Stein. |
Drehzahl richtig prüfen
| 1 | Leerlaufdrehzahl der Maschine ablesen Sie steht auf dem Typenschild des Winkelschleifers. |
| 2 | Gegen 12.250 U/min halten Die zulässige Drehzahl der Scheibe muss mindestens so hoch sein wie die Leerlaufdrehzahl der Maschine. |
| 3 | Durchmesser-Freigabe prüfen Die Maschine muss für Ø 125 mm zugelassen sein, mit passender Schutzhaube. |
| 4 | Scheibe vor dem Aufspannen ansehen Risse, fehlende Belagbereiche oder ein verzogenes Blatt bedeuten: nicht verwenden. |
Arbeitstechnik
| 1 | Von der Glasurseite anschneiden Die Glasur bricht an der Austrittsseite aus. Wenn die Sichtseite oben liegt, arbeitet die Scheibe von der Glasur in den Scherben – das gibt die saubere Kante. |
| 2 | Anschnitt flach ansetzen Nicht senkrecht einstechen, sondern die Scheibe flach einlaufen lassen und dann aufrichten. |
| 3 | Gleichmäßig führen, nicht drücken Der Vorschub macht den Schnitt, nicht der Druck. Wer drückt, verglast die Scheibe und überhitzt den Kern. |
| 4 | Am Schnittende Tempo herausnehmen Die letzten Zentimeter sind die kritischen: Dort bricht die Kante aus, wenn der Vorschub zu hoch bleibt. |
Trockenschnitt heißt Kühlpausen
Wenn die Scheibe nicht mehr schneidet, ist sie oft nicht verbraucht
Eine Diamantscheibe, die plötzlich kaum noch vorankommt, ist meistens verglast und nicht verschlissen: Die Bindung ist über den Diamanten zugeschmiert. Das passiert besonders in hartem, dichtem Material.
- Erkennbar an einer spiegelblanken, glatten Schnittkante der Scheibe.
- Die Scheibe raucht und wird heiß, obwohl Sie nicht drücken.
- Sie müssen drücken, statt die Scheibe arbeiten zu lassen.
- Abhilfe: einige Schnitte in ein abrasives Material – Schärfstein, Porenbeton oder Sandstein. Danach schneidet die Scheibe in der Regel wieder wie neu.
115 oder 125 mm?
Beide Größen passen auf die üblichen Winkelschleifer. Der Unterschied ist die Schnitttiefe und das Handling:
Ø 115 mm Leichter und handlicher, etwas weniger Schnitttiefe. Gut auf kleinen Maschinen und bei Überkopfarbeit. | Ø 125 mm Rund 5 mm mehr Schnitttiefe – das entscheidet bei dicken Bodenplatten und Terrassenplatten. |
Diese Ausführung Ø 125 mm | Wichtig Die Maschine muss für den Scheibendurchmesser zugelassen sein – Schutzhaube und Drehzahl beachten. |
Drehzahl prüfen, Schutzausrüstung tragen
Technische Daten
| Produktart | Diamanttrennscheibe Turbo |
|---|---|
| Durchmesser | Ø 125 mm |
| Bohrung | Ø 22,2 mm |
| Dicke | 1,4 mm |
| Schnitttiefe | 5–20 mm |
| Maximale Schnittgeschwindigkeit | 80 m/s |
| Maximale Drehzahl | 12.250 U/min |
| Norm | EN 13236 |
| Anwendung | Trockenschnitt |
| Geeignet für | Feinsteinzeug, glasiertes Feinsteinzeug, Dekton, Stein, Granit, Marmor, Einbrand, Zement, Keramik |
| Hersteller-Referenz | Sigma 75D |
| Hersteller | Sigma (Sigma S.r.l., Italien) |
Was heißt 80 m/s?
Was bedeutet Schnitttiefe 5–20 mm?
Ist die Scheibe auch für Zement und Stein geeignet?
Passt die Scheibe an Sigma-Nassschneider?
Welche Scheibe für Ihr Material?
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